Studio LCB mit Bodo Kirchhoff

Lesung: Bodo Kirchhoff
Gesprächspartner: Christoph Buchwald und Gabriele Killert
Moderation: Hubert Winkels

Bodo Kirchhoff ist einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der mittleren Generation. Mit seinen Erzählungen, Theaterstücken und Romanen hat er bereits früh die literarischen Mythen von Selbstausdruck und Authentizität zerstört und sich der Sprache als Produktionsgrund von Selbstbildern zugewandt. Weder neuer Subjek-tivitist, noch Strukturalist, noch postmoderner Spieler hat Kirchhoff einen ganz eigenen Ort jenseits der Moden besetzt.

Mit den Titeln seiner ersten Bücher – der Novelle »Ohne Eifer, ohne Zorn« von 1979 und »Body Building« von 1980 – konnte man bereits tiefer in die literarische Welt Bodo Kirchhoffs eindringen. Scheiternde Kommunikation und Sinndefizite lassen die Helden an imaginären Körperbildern arbeiten. Nach und nach erweiterte Kirchhoff die erzählerischen Felder. In »Zwiefalten« reist der Held um die Welt, »Infanta« schließlich, der große Roman aus dem Jahr 1990, spielt auf einer philippinischen Insel. Und hier erweitern sich auch Erzählerinstanz und Perspektiven. Die Außenwelt wird reicher, die Geschehnisse bekommen ein eigenes Recht, die Hauptfigur wird von vielen Seiten gesehen und so erst erschaffen.

Bodo Kirchhoff ist mit »Infanta« in die Sphäre der großen Romanliteratur eingetreten. Und mit seinem neuen Roman »Parlando« (Frankfurter Verlagsanstalt), aus dem der Autor an diesem Abend lesen wird, knüpft er an dieses Erzählen aus Fülle und Überfluß an, ohne seine ursprünglichen Motive aufzugeben.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk Köln.
Sendetermin auf UKW 97,7: 25. August 2001, 20.05 Uhr.

21.08.01

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Bodo Kirchhoff, Christoph Buchwald, Gabriele Killert, Hubert Winkels

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